The Oldies aus Wetzlar

eine süffisante Betrachtung zu einem Vierteljahrhundert Musik


von Frank Mässig

Es gibt viele Gerüchte über uns und alles ist noch weit untertrieben, dennoch ist es nach 25 Jahren und mehr als 1200 Auftritten an der Zeit, eine vorläufige Bilanz zu ziehen.
Seit über zwei Jahrzehnten sorgen die in die Jahre gekommenen Oldies mit bekannten Coverversionen der sechziger und siebziger Jahre für extatische Gefühlsausbrüche der 68iger Generation und deren Kinder. Tatsache ist, dass Charlie Lang und Ernst von Jonquierre in der Wetzlarer Kultkneipe „Akro“ diese Band 1981 aus der Taufe hoben, nachdem beide mal wieder keine Lizenz zum Führen eines PKW hatten.
Das man an jenem Abend dem stadtbekannten Unikum Lauterbach einen Kühlschrank auf dem Rücken tätowierte, gehört in das Reich der Fabel. Dass Charlie zu jener Zeit einen Chauffeur beschäftigte ist ebenso ein Gerücht, wie der Besitz eines 911 Porsche.
Kein Gerücht ist, dass Gitarrist Ringo Benner bei einem Frühschoppenauftritt im Hörnsheimer Eck damals noch unter der Leitung des Herrn Kühn (Gott hab ihn selig) beim Spielen aus dem Fenster gefallen ist. Tatsache ist weiterhin, dass Frontsänger Frank Maessig beim Eintritt in die Band kohlrabenschwarzes Haar hatte. Nicht den Tatsachen entspricht, dass seine langen mittlerweile schlohweißen Haare gefärbt seien. Es entspricht der Wahrheit, dass die Band aus einem Fundus von ca. 200 Titeln schöpfen kann und in der Lange ist jedwede Veranstaltung ganz gleich welcher Art zu adeln. Nicht wirklich war ist, dass die beiden Gitarristen Ernie und Ringo den besten Schneider der Stadt haben. Unwahr ist auch dass Michael Kempf -langjähriges Mitglied der Oldies- nach seinem Ausscheiden eine bürgerliche Existenz bevorzugt und ein nützliches Mitglied der Gemeinde wurde. Er trainiert den BC Nauborn.
Natürlich stimmt es nicht, dass man Ringo den Aufsichtsratsposten der Licher-Brauererei AG angeboten hat, wahr ist jedoch das er mal seine komplette Gage dem Bierkutscher dieser Firma für den Erwerb dessen Lederkappe anbot. Wahr ist weiterhin, dass der Genuss von Rauschmitteln heimischer Brauereien nicht von allen Bandmitgliedern geteilt wird.
Unwahr ist, dass das Image bei Vertragsverhandlungen eine große Hilfe sein kann.
Es ist kein Gerücht das die Band mittlerweile den Status des Wetzlarer Kulturgutes erfüllt, jedoch dass die Mitglieder bei Eintritt ins Rentenalter ein Salär aus dem Stadtsäckel erhalten, ist auf Nachfragen im Rathaus leider nicht geplant.
Deutsche Bank, Bürgermeister, Bundestagsabgeordnete, Harley Davidson, Buderus, Triumph, Frauenhaus, Ärztekongresse, Faschingskampagne, Stadtfeste, Messen etc. – diese breit gefächerte Klientelliste entspricht den Tatsachen. Falsch ist, dass ein Auftritt im Bundeskanzleramt am Geld scheiterte.
Es ist unbedingt als eine nicht zu ändernde Tatsache anzusehen, dass die Band die nächsten zehn Jahre in Angriff nimmt, um weiterhin Nahrung für Gerüchte aller Art zu hinterlassen.
Wir hoffen auf das Publikum und sagen –Danke-

The Oldies